Mittwoch, November 02, 2005

Memento mori

Nach dem turbulenten Wochenende (Münte- und Stoiber-Rücktritt) wirken die Verhandlungen über eine große Koalition immer abstruser.

Federführend am Tisch sitzen ein scheidender Kanzler, ein zurückgetretener Parteivorsitzender ohne Rückendeckung, ein Ministerpräsident, dem die "Staatsräson" wieder abhanden gekommen ist - und Angela Merkel, die sich zu alledem merkwürdig ruhig verhält.

Sollte die große Koalition noch kommen, so ist sie trotzdem von vornherein eine Totgeburt. Seitens der Union wird kein Ministerpräsident vertreten, Schäuble die einzige Größe unter der sonstigen B-Prominenz sein. Merkel hat damit in der eigenen Partei ganz offensichtlich keinen Rückhalt.

Wünschenswert wäre: Die Verhandlungen scheitern, daraufhin werden Neuwahlen angesetzt. Für die SPD tritt Platzeck an. Die Union putscht gegen Merkel und schickt das Trio Wullf, Koch und Merz ins Rennen (Kanzler, Innen, Finanzen).